Kinderunfälle – Unvermeidbar? PDF Drucken E-Mail
Kreis-Verkehrswacht bittet um Aufmerksamkeit

Alle 14 Minuten verunglückt in Deutschland ein Kind im Straßenverkehr. Kinder leben im Straßenverkehr gefährlich, und das keineswegs nur, weil sie leichter als Erwachsene übersehen werden können. Auch ihr Wahrnehmungsverhalten ist im Vorschul- und Einschulungsalter noch stark eingeschränkt. Das betrifft visuelle und akustische Reize, wobei sich der Gehörsinn langsamer als die übrigen Sinne entwickelt. Das sagen nicht nur Mediziner. Zu Beginn des Schuljahres, seit einigen Wochen sind die Erstklässler, die I-Dötzchen, auf den Straßen unterwegs, macht auch die Kreis-Verkehrswacht Wesel darauf aufmerksam.

Besonders vorsichtig, meinen der Vorsitzende der Kreis-Verkehrswacht Wesel, Rechtsanwalt Peter Steinhoff aus Dinslaken und die für Moers, Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn zuständigen Bereichsleiter Dietrich Vogelsang, Manfred Helmes, und Klaus Zimmermann, sollten die Autofahrer in den Morgen- und Mittagstunden sein, wenn die Schulkinder, vor allem die Erstklässler, unterwegs sind. Erst mit etwa sieben Jahren sind sie in der Lage, das Hörvermögen im Straßenverkehr zu nutzen. Noch langsamer bildet sich die Fähigkeit zur Beurteilung von Geschwindigkeiten aus. Drei- bis Vierjährige können oft nicht einmal ein stehendes von einem fahrenden Auto unterscheiden. Da Kinder visuelle Reize bevorzugen, kommt es oft vor, dass sie Rufen oder Hupen überhören, weil sie von einem optischen Ereignis gefesselt sind, von einem Eiswagen oder eine Katze.

Erst mit acht Jahren, haben Verkehrspsychologen herausgefunden, kennen sie die wichtigsten Verkehrsregeln. Vieles, nicht nur Gutes, lernen sie von Vorbildern. So eben nicht nur verkehrsgerechtes Verhalten. Kinder beobachten aufmerksam als Fußgänger, Radfahrer oder Automitfahrer, dass kaum jemand die Vorschriften genau einhält und dies auch noch ohne Folgen bleibt. Sie sehen, das Regeln bewusst ignoriert werden, Fußgänger beispielsweise bei „Rot“ gehen, Mutter im Parkverbot parkt oder sie sogar im Haltverbot vor der Schule aussteigen lässt. Dieser regelwidrigen Praxis passen sich Kinder schnell an.

Daher raten die Bereichsleiter der Kreis-Verkehrswacht Wesel, Kindern ein gutes Beispiel zu sein, Regeln nicht in ihrem Beisein zu überschreiten. Gerade jetzt, zu Beginn der Schulzeit, appellieren sie noch einmal an alle anderen Verkehrsteilnehmer, besondere Obacht auf Kinder zu geben. Besonders gefährdet sind die neu eingeschulten, die ungewohnte Verkehrsumgebung erleben.