Fahrradanfänger PDF Drucken E-Mail

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Das erste Rad für den Nachwuchs sollte nicht zu früh angeschafft werden. Denn erst mit etwa fünf oder sechs Jahren können Kinder Rad fahren und dabei zugleich auch ihre Umgebung zumindest halbwegs beachten.

Es ist jedoch immer wieder zu sehen: Schon zweieinhalbjährige Knirpse preschen mit ihren stützradbewehrten Minivelos wild durch die Gegend. Radfahren lernen sie mit solch einem Spielgerät jedoch nicht. Eher schon sammeln sie damit ihre ersten Unfallerfahrungen. Etwa wenn sie mit einem Stützrad über die Bordsteinkante hinaus geraten und vor ein Auto kippen. Das muß nicht sein. Denn es gibt ihn immer noch, den guten alten luftbereiften Tretroller. Er ist das ideale Zweirad für Kinder ab drei.

Mit dem Roller lernen die Kleinen spielerisch, auf nur zwei Rädern das Gleichgewicht zu halten und entwickeln dabei auch ein Gefühl für Geschwindigkeit. Und wenn es einmal brenzlig werden sollte, ist es einfacher, vom Roller als vom Fahrrad abzuspringen.

Nach etwa zwei oder drei Jahren Rollererfahrung wird dann der Umstieg auf das Fahrrad erfahrungsgemäß nicht allzu schwer fallen.

Einen schnellen Erfolg verspricht die beim Freiherrn Drais von Sauerbronn, dem Erfinder der “Schnelllaufmaschine”, abgeschaute Lernmethode: Wie einst der Freiherr fährt das Kind mit dem Velo, indem es sich mit den Füßen abstößt. Damit sie nicht stören, werden dazu die Pedale abgeschraubt und der Sattel so niedrig eingestellt, daß das Kind mit beiden Füßen gut den Boden erreicht. Dann wird es mit der Handbremse vertraut gemacht, ihm ein passender Helm aufgesetzt und los geht es.

Das Kind wird versuchen, auch auf dem neuen, ungewohnten Zweirad vorsichtig das Gleichgewicht zu halten. Zuerst im Stand. Dann sozusagen auf dem Fahrrad laufend. Der Abstand zwischen den einzelnen Kontakten der Füße mit dem Boden wird wachsen, bis das Kind sich schließlich kräftig abstößt und einige Meter in freier Fahrt zurücklegt. Oft schon nach verblüffend kurzer Zeit wird es auch mit angeschraubten Pedalen fahren wollen und schon bald zwar noch etwas eckig, aber immerhin schon recht selbstsicher Rad fahren.

Danach wird es allerdings erst wirklich schwierig. Denn dann muß die Verkehrserziehung beginnen. Die aber kostet Nerven und Zeit.

 

Sicher Fahrrad fahren

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Das Fahrrad ist heute dank aufwendiger Technik so leistungsfähig und attraktiv wie niemals zuvor. Moderne Schaltungen sorgen für hohes Tempo und viel Fahrvergnügen. Eines schafft aber auch die aufwendige Technik nicht: Das Radfahren risikolos zu machen.

Mit nur wenig Aufwand ließe sich viel für die eigene und die Sicherheit anderer tun. Zuerst wäre da der Fahrradhelm zu nennen. Bei Unfällen von Radfahrern sind Kopfverletzungen häufig. Mit einem Helm wird die Gefahr, sich bei einem Unfall am Kopf zu verletzen, um bis zu 70Prozent verringert. Trotzdem sind immer noch zu viele Radfahrer “oben ohne” unterwegs.

Beim Kauf eines Fahrradhelms sollte auf eine einfache Handhabung beim Befestigen auf dem Kopf und auf eine gute Belüftung geachtet werden. Der Helm muß Stirn, Schläfen und Hinterkopf bedecken. Er sollte fest und zugleich bequem auf dem Kopf sitzen. Prüfsiegel wie das deutsche GS-Zeichen oder das amerikanische Snell-Zertifikat signalisieren, daß der Helm Sicherheitsnormen erfüllt.

Am besten wäre es natürlich, wenn ein Helm niemals bei einem Unfall seine Schutzwirkung beweisen müßte. Mit einem gut trainierten Blick für Gefahren und etwas Disziplin ließen sich sicher viele Unfälle vermeiden. Bei einer vorausschauenden Fahrweise lassen sich gefährliche Situationen oft schon rechtzeitig erkennen. Vor allem beim Abbiegen und beim Aussteigen übersehen Autofahrer häufig Radfahrer.

Die Regeln der Straßenverkehrsordnung gelten auch für Radfahrer. Sie sind nicht Selbstzweck, sondern dienen der Sicherheit. Radfahrer, die auch die Sonderregeln für den Radverkehr kennen und sich an sie halten, werden für andere Verkehrsteilnehmer berechenbar und fahren dadurch sicherer.

Technische Mängel an Fahrrädern können Unfälle verursachen. Oft werden Velos mit unzureichend funktionierenden Bremsen oder mit defekter Lichtanlage gefahren. Hier sind die Radfahrer gefordert. Der eigenen Sicherheit zuliebe sollten sie regelmäßig die Technik ihres Fahrrades kontrollieren und warten. Gerade in der dunkleren Jahreszeit empfiehlt es sich, auf ein einwandfreies Funktionieren der Beleuchtung zu achten.

Wichtig sind auch die gelben Pedalreflektoren, weil sie durch ihr Auf- und ab beim Fahren den anderen Verkehrsteilnehmern ein Fahrrad signalisieren. Zu den Seiten hin muß ein Fahrrad entweder durch gelbe Speichenrückstrahler oder durch weiße Reflexringe an den Reifen sichtbar gemacht werden.

Oft fällt die Fahrradbeleuchtung wegen defekter Kabel oder korrodierter Kontakte aus. Beide sollten daher regelmäßig inspiziert werden.

Fahrradprüfplaketten

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Oft sind technische Mängel Ursache für Radfahrunfälle. Daher bietet die Verkehrswacht in Zusammenarbeit mit der Polizei Radlern eine kostenlose Überprüfung ihrer Räder an.

Ist das Fahrrad in Ordnung, erhält es eine Prüfplakette. Die Farbe der Plakette wechselt jährlich, so daß man sofort feststellen kann, wann die letzte Überprüfung stattgefunden hat.

Einige Verkehrswachten führen eine Codierung der Räder durch. Hierbei erhalten Fahrräder eine Identifikationsnummer, die in einem Fahrradpaß festgehalten wird. Im Falle eines Diebstahls läßt sich das Fahrrad so identifizieren.