Buslotsen

Täglich fahren viele Kinder mit dem Bus zur Schule. Er ist das sicherste Verkehrsmittel für den Schulweg. Nur zu fünf Prozent ist der Bus an Schulwegunfällen beteiligt, obwohl mit ihm der größte Teil der Schülerbeförderung stattfindet.

Doch mit dem Bus zur Schule – das bedeutet oftmals für Kinder ungeduldiges Warten an der Haltestelle und Gedränge und Geschiebe, wenn der Bus kommt. Keine einfache Situation, weder für die Kinder noch für den Busfahrer. Wer kann da noch den Überblick behalten?

Die Situation an der Haltestelle und im Bus

Viele Kinder treffen bereits morgens vor der Schule an der Haltestelle mit ihren Freunden oder Klassenkameraden zusammen. Die Zeit bis zur Abfahrt des Busses vertreiben sie sich oft mit Spielen – eine unfallträchtige Situation, weil sie unbeabsichtigt auf die Fahrbahn geraten können.

Die Ankunft des Busses löst häufig ein unübersichtliches Durcheinander aus, weil jeder rechtzeitig im Bus sein möchte, um einen Sitzplatz zu bekommen. Auch im Bus selbst kann es zu Konflikten kommen. Ein hoher Lärmpegel, Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen Fahrgästen oder Streitereien zwischen den Kindern sind nicht nur störend. Sie können auch die Sicherheit gefährden, wenn der Busfahrer abgelenkt wird. Aus diesem Grund wurde das Projekt der „Buslotsen“, in manchen Regionen auch „Schulbuslotsen“ oder „Busbegleiter“ genannt, ins Leben gerufen. Derzeit sind bundesweit rund 8.000 Buslotsen aktiv.

Buslotsen – eine vielseitige Aufgabe

Schulbuslotsen sind bereits an den Haltestellen anwesend und sichern den Bereich der Wartefläche zur Fahrbahn hin ab. Sie helfen beim Einsteigen in den Bus, damit es kein unfaires Gedränge gibt, in der die Kleinsten und Schwächsten das Nachsehen haben. Beim Aussteigen aus dem Bus sichern Buslotsen den Übergang der Fahrbahn ab, damit alle Schüler gefahrlos die Straße überqueren können.

Im Bus achten die Lotsen darauf, dass sich die Schüler während der Fahrt rücksichtsvoll verhalten. Sie sollen zwar andere Kinder nicht disziplinarisch „erziehen“, jedoch bei Streitigkeiten schlichtend eingreifen und helfen, die Streithähne zu befrieden und auch die Lautstärke zu regulieren, die unter Schülern rasch anschwellen kann.

Bei allen Tätigkeiten stehen Schulbuslotsen im direkten Kontakt mit dem Busfahrer. Die örtlichen Verkehrswachten unterstützen Eltern, Lehrer, Busunternehmen und Busfahrer sowie die Schullastträger darin, die Sicherheit bei Schulbussen weiter zu verbessern. Für die Busfahrer ist es oftmals eine Entlastung, wenn ein Schulbuslotse mitfährt und ihm hilft, falls eine konfliktgeladene Situation entsteht.

Mach mit und werde Buslotse!

Wie die Schülerlotsen leisten auch die Schulbuslotsen eine freiwillige Arbeit. Die Auswahlkriterien sind ähnlich wie bei den Schülerlotsen, jedoch ist die Arbeit von Buslotsen in der Regel stärker von sozialen Konflikten und Konfliktmanagement geprägt als die der Schülerlotsen. Daher wird bei ihnen noch mehr Wert auf ein ausgeglichenes und ausgleichendes Wesen gelegt. Auch Erwachsene finden in dieser Tätigkeit eine sinnvolle Aufgabe. Die Ausbildung von Buslotsen wird meist von Polizeibeamten oder Lehrkräften, aber auch von Mitarbeitern der Verkehrswachten durchgeführt.

Viele Verkehrswachten bieten nicht nur die Ausbildung von Schulbuslotsen an, sondern auch Seminare für Busfahrer mit rechtlichen und psychologischen Inhalten zum Umgang mit Schulkindern.