Innenminister Jäger: Weniger Unfalltote in NRW in 2012

Kategorie: Aktuelles 

Aber mehr Radfahrer tödlich verunglückt

Radfahren wird immer beleibter, aber offensichtlich auch gefährlicher: In 2012 starben 81 Radfahrer bei Verkehrsunfällen, zwölf mehr als im Vorjahr

Düsseldorf, 22.1.2013. Innenminister Ralf Jäger hat heute erste Zahlen der Unfallstatistik 2012 bekannt gegeben. Demnach hat sich die Zahl der Unfalltoten gegenüber dem Jahr 2011 um 108 auf 526 verringert. Auch gegenüber dem bislang besten Jahr für die Verkehrssicherheit in NRW hat sich die Zahl reduziert: In 2010 waren 550 Menschen im Straßenverkehr tödlich verunglückt; 2012 waren es 24 weniger.

Jäger führt die positive Entwicklung auch auf das konsequente Vorgehen gegen Raser zurück. Die Zahl der durch Raser verursachten Verkehrstoten ging um 32 Prozent von 235 auf 159 zurück. „Unsere Strategie gegen den Killer Nummer 1 werden wir auch in Zukunft konsequent fortführen“, so der NRW-Innenminister. „Wir haben einen Tiefststand seit der Einführung der Verkehrsunfallstatistik vor 60 Jahren erreicht, aber wir können nicht zufrieden sein, wenn immer noch jede Woche zehn Menschen auf unseren Straßen streben.“ Neben der Zahl der Getöteten reduziert sich auch die Zahl der durch Verkehrsunfälle Schwerverletzten um 1.197 auf 12.678, was einem Rückgang um 8,6 Prozent entspricht. 

Mit Blick auf den in 2012 mehrfach durchgeführten ’Blitzmarathon‘ resümiert Jäger: „Wir können zwar nicht exakt zuordnen, welchen Anteil die verstärkten Geschwindigkeitskontrollen an der Entwicklung der Unfallzahlen haben, aber die Diskussion um den Blitz-Marathon hat das Bewusstsein für die Gefahren zu schnellen Fahrens gestärkt und damit zu mehr Sicherheit auf unseren Straßen beigetragen.“

Eine negative Entwicklung zeichnet sich dagegen bei den Radfahrern ab: Aus dieser Gruppe wurden in 2012 81 Menschen im Straßenverkehr getötet, zwölf mehr als im Jahr zuvor und auch sieben mehr als im Jahr 2010. Der Innenminister kündigte an, dass man in einem ersten Schritt mit Unfallexperten analysieren werde, warum es zu dem Anstieg kam. „Wir werden daraus ein sehr gezieltes Konzept aus Aufklärung, Vorbeugung und Kontrolle entwickeln, um die Radlerinnen und Radler besser zu schützen“, kündigte Jäger an.

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Wer unbeschwert feiern will, lässt das Auto zu Hause, rät Landesverkehrswacht NRW

Wer fährt, trinkt nicht und wer trinkt, fährt nicht – die Landesverkehrswacht NRW wirbt seit vielen Jahren für Alkoholverzicht im Straßenverkehr (Bild LVW NRW)

Düsseldorf, 29. Januar 2013. Die Jecken in Nordrhein-Westfalen bereiten sich zur Zeit auf die wichtigsten fünf Tage des Karnevals vor, die am 7. Februar mit Weiberfastnacht beginnen und mit Rosenmontag am 11. Februar enden. Auf vielen Umzügen und Sitzungen wird schon jetzt gefeiert, gebützt und gelacht. Bier und Sekt, Mixgetränke und Schnäpse steigern dabei die Stimmung.
Wirklich entspannt feiern können aber nur diejenigen, die sich schon vor Fahrtantritt über den Heimweg Gedanken gemacht haben. „Am besten lässt man das Auto zu Hause stehen. Dann kommt man erst gar nicht in die Versuchung“, rät Heinz Hardt, Präsident der Landesverkehrswacht NRW. In den Karnevalshochburgen haben die Nahverkehrsbetriebe wieder ihr Angebot ausgeweitet. Auch das Taxi bietet sich als Alternative an.
Viele Verkehrsunternehmen im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) haben für die Jecken ihr Angebot erweitert und für die tollen Tagen einen Sonderfahrplan aufgelegt. Außerdem bietet der VRS wieder das Karnevalsticket an, mit dem man für kleines Geld von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag an sechs Tage unterwegs sein kann. Auch die Düsseldorfer Rheinbahn lässt zwischen Altweiber, 7. Februar, und Karnevalssonntag, 10. Februar, viele Busse und Bahnen in dichterem Takt und bis spät in die Nacht hinein fahren, damit die Karnevalsfreunde unbeschwert feiern können. Ein Fahrplanheft für die Karnevalszeit liegt in Bussen, Bahnen und Kundencentern aus.

Falls sich der oder die eine oder andere dennoch nach der Feier hinters Steuer setzen sollte, tut er oder sie dies am besten ohne Alkohol im Blut. Denn Alkohol setzt die Reaktionsfähigkeit herab und reduziert die Wahrnehmungsfähigkeit. Auch ist die 0,3 Promille-Grenze, die vor Gericht in Verbindung mit Ausfallerscheinungen bereits als relative Fahruntüchtigkeit gewertet werden kann, schnell erreicht. Völlig verantwortungslos handelt, wer mit mehr als 0,5 Promille Auto fährt. Neben der Gefahr für die Fahrzeuginsassen und andere Verkehrsteilnehmer drohen dem Fahrer vier Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei, ein einmonatiges Fahrverbot sowie 500 Euro Bußgeld. Auch am Morgen nach einer feucht-fröhlichen Feier sollte man das Auto besser stehen lassen, denn pro Stunde baut sich Alkohol im Blut nur um 0,15 Promille ab.

Im letzten Jahr ereigneten sich zu Karneval in NRW 146 Alkoholunfälle. Dabei wurden 55 Personen verletzt, zehn von ihnen schwer. Ein Mensch kam ums Leben. Insgesamt stellte die Polizei 471 Alkohol- und 298 Drogenverstöße fest. Es wurden 516 Blutproben gemacht und 251 Verkehrsteilnehmer mussten ihren Führerschein an Ort und Stelle abgegeben.